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Podcast: Web-Lösungen mit Agentur oder Softwareteam?

Letzte Änderung: März 2020

Im Jahr 2020 feiern wir unseren 25. Geburtstag. Ein Vierteljahrhundert, wir können es selbst kaum glauben! Tatsächlich sind wir seit 1995 ein stabiler Partner für Kunden aus unterschiedlichen Branchen – eine Kontinuität und Langlebigkeit, die keine Selbstverständlichkeit ist.

Unser laufend gesammeltes Wissen geben wir gerne weiter – unter anderem in Podcasts wie diesem!

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Wenn es um Web-Lösungen geht, stellt sich oft die Frage "Mit einer Agentur oder doch gleich mit einem Softwareunternehmen wie CSS?". Diese Frage beantworten wir wieder in einem Podcast!

Zu unseren Software-Projekten der vergangenen 25 Jahre zählen natürlich auch einige Web-Lösungen. Wir durften unter anderem große, mehrsprachige Websites internationaler Unternehmen umsetzen und spezielle Portale für Kunden konzipieren.

Für unseren aktuellen Podcast haben wir uns einen Aspekt aus diesem Bereich herausgegriffen: Wenn es um Web-Lösungen geht, stellt sich oft die Frage: "Mit einer Agentur oder doch gleich mit einem Softwareunternehmen wie CSS?".  Diese Frage können wir mithilfe unserer jahrelangen Erfahrung beantworten: Wir erzählen, wo die Unterschiede liegen, wann welcher Ansprechpartner geeignet ist und wie Agentur und Softwareunternehmen in einem Projekt am besten zusammenarbeiten.

Die Podcast-Runde im Gespräch (v.l.n.r.): Isabel Birnstingl, Ralph Irschik, Sebastian Naske und Sven Schweiger.


Transkript des Podcasts (gekürzte Fassung)


Isabel:
Hallo, herzlich willkommen zu "Einblicke", den Podcasts des Software-Teams der CSS in Wien. Worum geht's diesmal? Zu unseren Softwareprojekten zählen einige Web-Lösungen, z.B. größere mehrsprachige Website internationaler Unternehmen genauso wie spezielle Portale. Da stellt sich oft die Frage: Gehe ich damit zu einer Agentur oder gleich zu einem Softwareunternehmen wie der CSS?

Diese Frage wollen wir heute beantworten. Mit dabei sind diesmal Sebastian Naske und Ralph Irschik. Beide sind Product Owner, das heißt Projektverantwortliche, die bei uns die Schnittstelle zwischen den Kunden und unseren Software-Teams sind. Ebenfalls wieder von dem Mikro ist Sven Schweiger, einer unserer Gründer und Geschäftsführer.

Ich habe vorher das Wort Agentur verwendet und ich weiß, dass Agentur nicht gleich Agentur ist. Also, was reden wir, wenn wir von Agentur reden?


Sven:
Wir werden das Wort Agentur in dem Sinne benutzen, dass es wirklich Unternehmen sind, die konzentriert sind auf Leistungen wie Frontend, Design, Usability und ähnliche Dinge. Also, alles was nicht Software-Programmierleistungen sind. Es gibt viele Agenturen, die genau diese Softwareentwicklung nur bis zu einer gewissen Größenordnung im Haus haben und ab einer gewissen Komplexität oder Software-Lastigkeit von Webprojekten eben Unterstützung wollen und dann kommen wir ins Spiel.


Isabel:
Welche Leistungen können dann diese Agenturen, nicht bieten bzw. was können wir bieten?


Ralph:
Die Projekte, die wir mit unseren Kunden üblicherweise machen, sind etwas größere Projekte, wo auch immer gewisse Business-Prozesse abgebildet werden müssen. Diese haben eine gewisse Komplexität. Oft ist es so, dass wir etliche diverse Drittsysteme anbinden müssen, wie interne Datenbanken eines Kunden oder interne Produktionssysteme, aus denen wir Daten auslesen. Oder externe Systeme, die wir einbinden, irgendwelche Schnittstellen, die für Kalkulationen von Preisen verwendet werden, Payment-Provider-Schnittstellen und ähnliche Dinge.


Isabel:
Hast du vielleicht ein Beispiel aus unseren Projekten?


Ralph:
Ein relativ junges Projekt aus den letzten zwei Jahren, ist ein Portal, um Versicherungen zu kalkulieren. Unser Kunde ist ein General-Vermittler für Versicherungsprodukte und bietet ein Portal für Autohändler, um Versicherungen und Prämien zu berechnen und Zusatzbausteine zu kalkulieren. Auf einer einfachen Web-Oberfläche können die Händler dann schnell und effizient mit den von uns durchdachten Prozessen für ihre Kunden Versicherungsprämien berechnen und anbieten.


Isabel:
Was wäre denn noch eine Komplexität in Projekten?


Sebastian:
Bei all den Website-Projekten, die wir gemacht haben, ist Mehrsprachigkeit ein ganz großes Thema. Das sind Websites wo eine Web Application für den gesamten globalen Markt genutzt werden soll. Das heißt, man hat nicht eine für Indien und eine für Deutschland, sondern eben alles in einem. Das bringt viele verschiedene Komplexitäten mit sich. Sei es erstmal das Berechtigungssystem (wer darf welchen Content bearbeiten in welcher Sprache, wer darf was approven und wann kann's online geschalten werden) bis hin zu SEO angepassten URLs, die dann auch sprachspezifisch sein sollen.

Damit ist man dann einfach bei uns richtig, weil das Level einfach viel höher wird und das von den normalen Basisprodukten, die oft von kleineren Webagenturen genutzt werden, sei es WordPress etc. so nicht gegeben ist. Es ist ein hohes Maß an Customization notwendig, um die Anforderungen des Kunden zu erfüllen.


Isabel:
Da ist schon ganz schöne Konzipierungs-Arbeit dabei, bei diesen Sachen.


Ralph:
Genau, was mir zu dem Thema Mehrsprachigkeit noch einfällt, ist, dass unsere Systeme auch oftmals viele Redakteure im Einsatz haben. Das sind die Dinge, die man auf der Webseite gar nicht sieht, die sozusagen im Hintergrund stattfinden, wo wir uns dann oft überlegen, wie bauen wir das System so, dass es effizient von den Redakteuren verwendet werden kann. Da haben wir oft ganz viele Redakteure auf der ganzen Welt verteilt, die dann gemeinsam an den Inhalten arbeiten.

Was mir auch noch dazu einfällt, ist das Thema spezielle Technologien. Bei uns ist es oftmals so, dass Kunden mit einer speziellen Technologie-Anforderung zu uns kommen. Zum Beispiel bestimmte Microsoft-Technologien, die eingesetzt werden sollen, weil es schon Systeme in dieser Architekturlandschaft gibt. Das bieten manche Agenturen oftmals gar nicht.


Sven:
Übrigens Ralf, weil du Technologien angesprochen hast, was uns auffällt ist, das Microsoft sehr oft untervertreten ist, vor allem, wenn es um Kombinationen mit interessanten anderen Produkten wie SharePoint, Navision oder anderen Integration-Sachen geht. Und das ist auch ein USP von uns als CSS, dass wir gerade auf diesem Microsoft-Sektor sehr stark unterwegs sind, vor allem wenn es um Riesen-Systeme geht. Das ist etwas wo wir sehr oft mit Agenturen kooperieren, weil die das im Haus eben nicht haben.


Sebastian:
Ja, das ist richtig. Wir haben auch letztens immer mehr Anfragen von Legacy-Produkten, also wo Firmen zwar eine Website haben aber auch andere Software, die damit schon verbunden ist. Und dann sollen nur Teile davon erneuert werden. Und das ist auch eine Stärke von uns, dass wir die Schnittstellen zu allen Systemen bauen können und auch lernen können. Da sind wir doch breit aufgestellt und können da einfach ein großes Gebiet abdecken.


Isabel:
Ich weiß nicht ob jeder, der zuhört, weiß was Legacy bedeutet.


Sven:
Es bedeutet gewachsene Systeme, die im Einsatz sind. Meistens Haus-EDV, wie man früher gesagt hat, ERP-Lösungen. Große Systeme, wo du von der Kassa bis übers Teile-Lager, Produktion und ähnliches abwickelst und irgendwie dann vielleicht auch Daten mit deiner Website austauschen willst.


Isabel:
Es gibt natürlich auch die andere Seite der Medaille: Es gibt so einiges an Leistungen, die wir nicht bieten können als Softwareunternehmen. Wo kommt jetzt eine Agentur ins Spiel?


Sven:
Die Frage ist nicht nur wo sondern auch zu welchem Zeitpunkt sie ins Spiel kommt. Manchmal treten Kunden an uns heran, die sich noch gar nicht überlegt haben, welche Strategie sie eigentlich mit dieser Software verfolgen wollen, welche Ziele. Die haben Fragestellungen wie "Wie können wir besser digital online präsent sein und was heißt besser für uns?". Und genau da ist es, wo wir als CSS nicht den Fokus haben. Da hätten wir gerne, dass die Kunden, die zu uns kommen, das vorher wissen und das tun sie meistens nicht alleine sondern hoffentlich mit Profis und da kommen gute Agenturen ins Spiel. Das wäre dort der Fokus. Strategie, Ziele definieren, die Onlinepräsenz, warum, wie können wir uns digital darstellen. Das ist ein Agenturthema.


Isabel:
Gut, was gibt's sonst noch, was wir nicht bieten können?


Sebastian:
Ein großer Punkt ist auch Design. Wir sind keine Designer, das sagen wir auch bei jedem Erstgespräch mit einem Kunden. Wir sind nicht die, die dann sagen welche Farben am besten wie zusammenpassen und wie groß etwas sein soll. Deswegen freuen wir uns auch sehr, wenn Kunden zu uns kommen, die Agenturen haben, z.b. wenn diese Agenturen dann auch gleich die HTML-Vorlagen bauen und wir diese nur noch mit Daten befüttern müssen.


Isabel:
„HTML-Vorlagen“ bedeutet was?


Sebastian:
Es kommt nicht eine Photoshop-Datei mit einem Bild, sondern es kommt schon quasi eine fertige Website, die man sich anschauen kann in einem Browser, mit der man nur nichts machen kann. Wir hauchen dem Leben ein, schauen, dass dort die richtigen Daten rauskommen, die richtige Überschrift, der richtige Text wie auch immer.


Ralph:
Ein weiterer Punkt, der mir da noch dazu einfällt – was auch nicht unser Kerngebiet ist, ist die Content-Gestaltung und das ganze Thema mit SEO. Im Prinzip, sich zu überlegen, welche Inhalte packe ich auf meine Webseite, weil man sagt immer in Bezug auf SEO "Content is King". Das wichtigste für ein gutes Ranking in Google ist einfach ein guter Inhalt. Das ist jetzt nicht unser Kerngebiet. Auch da ist es immer ganz gut eine Marketingagentur zu haben, die sich das mit dem Kunden gemeinsam überlegt und auch in Bezug auf SEO – wie gestalte ich meine Website, damit die Kunden eben länger als 5 Sekunden auf der Startseite bleiben und doch noch weiter klicken auf die nächste Seite und all diese Themen. 


Isabel:
Was für mich da jetzt schon gut rauskommt ist, dass wir unterschiedliche Konstellationen haben bei diesen Web-Lösungs-Projekten. Wir haben Projekte umgesetzt, wo wir wirklich alleine gearbeitet haben, also ohne Agenturen und wir haben einige Lösungen, wo wir mit Agenturen sehr intensiv zusammengearbeitet haben. Ich glaube, eine dritte Kategorie gibt es auch noch – da wo keine Agentur im Spiel war aber Partner von uns. Vielleicht kannst du was dazu sagen, Sven?


Sven:
Also, wo die Software im Vordergrund steht und es darf zwar schön ausschauen aber das Design ist ein sehr kleiner Anteil dabei und der Rest kommt von uns, dafür haben wir eigene Partner. Wo es gar nicht notwendig ist, eine Agentur dazu zu haben. In den Bereichen arbeiten wir mit Partnern zusammen. Mit Irene Fuchs zum Beispiel, die dafür sorgt, dass unsere Software schön ist und nicht nur anklickbar. Oder mit der Otago, wenn es um Search Engine Optimization geht. Wir arbeiten mit Fotografen zusammen, wenn es um Bilder geht. Und wir haben natürlich in unserer 25jährigen Firmengeschichte schon mit ganz vielen sehr bekannten großen Agenturen immer wieder zusammengearbeitet und arbeiten laufend mit ihnen zusammen.


Isabel:
Gutes Stichwort: Zusammenarbeit mit der Agentur. Du hast es vorher schon ein wenig angeteasert – es gibt wahrscheinlich bestimmte Voraussetzungen damit so eine Zusammenarbeit gut funktioniert. Was wären denn solche Voraussetzungen?


Ralph:
Ja, also gerade ich habe auch schon einiges solche Projekte gemacht mit einer Agentur im Boot. Was ich erkannt habe, das allerwichtigste ist auf jeden Fall mal Vertrauen. Also jeder muss wissen, was sind die Aufgaben des anderen und jeder muss wissen, was sind seine Stärkung und worauf fokussierte er sich.

Demnach ist es auch wichtig eine klare Abgrenzung zu haben, wer wofür zuständig ist. Wenn das klar abgegrenzt ist und es dazu keine Überlappungen gibt, dann kann es gut funktionieren. Das heißt, es ist klar definiert, die Agentur ist für das Optische, das Grafische und die HTML-Templates zuständig, wir sind dann dafür zuständig mit dem Kunden gemeinsam zu überlegen, wie man das überhaupt in das bestehende System einbauen kann. Und dafür ist es eben ganz wichtig aus unserer Sicht, dass wir so früh wie möglich in die Konzeption mit eingebunden werden. Sobald die ersten Screendesigns schon mal stehen, weil das was man sieht auf diesem Bildschirm hat dann natürlich Einfluss auf die Entwicklung und natürlich auch auf den Aufwand und auf die Kosten des Projektes.

Wir müssen uns dann gemeinsam mit dem Kunden überlegen, ist das, was da gezeichnet wurde mit der Technologie, die wir im Einsatz haben, überhaupt kombinierbar oder gibt's da gröbere Probleme und der Aufwand im Projekt würde explodieren. Deswegen ist es wichtig, dass wir da früh in die Konzeption eingebunden werden.


Isabel:
Das heißt, wenn ich es richtig verstehe, es wäre auch sehr praktisch mit dem Kunden direkt zu arbeiten.


Sven:
Wir arbeiten nur so. Also, wir wollen direkten Kontakt zum Kunden. Die Frage ist nur der Zeitpunkt – da wo der Kunde noch gar keine digitale Strategie hat, so wie ich vorher gesagt habe, brauchen wir das natürlich nicht. Aber in dem Augenblick, wo es um ein konkretes System geht, um ein konkretes Projekt, dann würden wir gerne dabei sein, und dann kann man sich jetzt mit der Agentur und mit dem Kunden gemeinsam ausmachen, bei welchen Workshops es gut ist, wenn jemand von uns dabei ist und bei welchen es um Themen geht, wo wir sagen, das ist jetzt nicht wichtig für uns.


Isabel:
Okay, wenn wir versuchen das zusammenzufassen, was wir jetzt gesagt haben, wie würdet ihr das in ein paar Sätzen zusammenfassen?


Sebastian:
Also, ich würde es so zusammenfassen: Wenn ich eine kleine Webseite will für ein kleines Unternehmen oder für ein Event zum Beispiel, die eine überschaubare Anzahl an Editoren hat und auch eine überschaubare Anzahl an Sprachen und man einfach alles mit einem Basis-Produkt abdecken kann, dann ist man sicher bei einer Webagentur völlig richtig aufgehoben.

Wenn ich ein komplexes heterogenes System habe, das zusammenarbeiten soll mit der Website, viele Sprachen, Anpassungen, die ganz genau für mich gemacht werden sollen, dann ist man bei uns auf jeden Fall richtig aufgehoben. Das ist was, das nie ein Basisprodukt so hergeben wird und da sind wir die Spezialisten dafür und da freuen wir uns sowas umsetzen zu können.


Sven:
Genau, also es geht uns, noch einmal, um die richtige Einbindung und um die richtige Aufteilung der Arbeit, die auch transparent für den Kunden sein muss. So dass unsere Kunden bzw. die Agenturen einfach sehen, welcher Partner welchen Mehrwert hat. Und da sollte es, wenn man mit guten Partner zusammenarbeitet, eigentlich egal sein, bei wem der Kunde als erstes anruft, weil man dann in diesem Ersttelefonat oder im Erstgespräch beim Kaffeetrinken drauf kommen sollte, okay, da brauche ich jetzt diesen oder jenen Partner dazu, weil die Ausprägung deines Projekts erfordert eine bestimmte Kombination von Gewerken, wie man es am Bau so schön sagt – mal sind die wichtiger, und mal sind die wichtiger und mal ist es ausgewogen. Das ist einfach das Ding, das ist individuell von Fall zu Fall.


Isabel:
Schönes Schlusswort, würde ich sagen. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt mit mir darüber zu sprechen. Vielen Dank auch an unsere Zuhörer und Zuhörerinnen, die mal wieder dabei waren. Wir freuen uns schon auf den nächsten Podcast und aufs Wiederhören.