Änderungen, Chancen, Fragen

Die KI und unser Softwareteam

Unser CEO Sven Schweiger spricht über seine Erfahrungen mit der Künstlichen Intelligenz in unserem Team – und die möglichen Auswirkungen auf Prozesse und Personal.

Zuletzt aktualisiert am 10. April 2026

Frage: Wie erlebst du die aktuelle Entwicklung der Künstlichen Intelligenz als Geschäftsführer eines Softwareunternehmens?

Sven: Das Erstaunlichste ist die Geschwindigkeit, mit der sich die KI in den letzten Monaten in unserem Bereich entwickelt hat.

Noch im Herbst 2025 wurde mir von Team-Mitgliedern gesagt, dass sie mit Hilfe der KI-Tools in einzelnen Fällen bis 20% effizienter arbeiten. Und dann überschlugen sich plötzlich in unserer Kaffeeküche die Erzählungen, wer in noch kürzerer Zeit noch Cooleres am Wochenende mit der KI ausprobiert und programmiert hat.

Schlagartig ist die KI von einem netten Unterstützungstool zu einer Art Team-Mitglied geworden. Dieses baut Software oder Features innerhalb eines vorgegebenen Kontexts selbstständig – und liefert dabei wirklich gute Ergebnisse.

Was bedeutet diese KI-Entwicklung jetzt für unser Software-Team?

Das ist eine gute Frage, mit der wir uns gerade intensiv beschäftigen.

KI hat vor allem enorme Auswirkungen auf die Effizienz. Wobei: Hauptsächlich in der Umsetzung, also dem tatsächlichen Programmieren.

Anders sieht es davor und danach aus. Ich rede vom Arbeiten mit dem Kunden: Das Festlegen, was das zu lösende Problem ist, welche Lösung die ideale ist und das Spezifizieren dieser Lösung im Rahmen von Kundenworkshops.

Wir nutzen zwar in dem Bereich auch schon KI-Unterstützung, zum Beispiel beim Zeichnen von Screen-Prototypen oder bei der Formulierung von Texten. Aber die Zeit, die wir persönlich mit dem Kunden reden und in Workshops sitzen, können und wollen wir nicht verkürzen.

Im Gegenteil: Meiner Erfahrung nach ist die Vorprojektphase sogar noch beratungsintensiver geworden. Das hat schon vor KI angefangen, weil viele Unternehmen keine hausinterne IT mehr haben. Diese Unternehmen brauchen nicht nur technische Hilfe, sondern auch jemanden, der sie bei der IT-Strategie unterstützt. Meiner Meinung nach wird das im KI-Zeitalter noch zunehmen. Die IT und die Digitalisierung werden mit der künstlichen Intelligenz definitiv nicht einfacher verständlich und nutzbar für Menschen, die nicht täglich damit zu tun haben.

Aber in der Programmierung, also der konkreten Umsetzung, ändert sich gerade vieles?

Definitiv – das höre ich auch von den Studierenden, die ich als externer Lektor an der FH Technikum Wien unterrichte. Überall wo Software entwickelt wird, fühlt sich die KI-Entwicklung an wie ein Wirbelsturm, der sich immer schneller dreht.

„Überall wo Software entwickelt wird, fühlt sich die KI-Entwicklung an wie ein Wirbelsturm, der sich immer schneller dreht.“

Ein Extrembeispiel aus unserem Team: Vor kurzem hat ein erfahrener Kollege die Integration einer Schnittstelle in einer bestehenden Softwarelösung auf ungefähr 20 Stunden Arbeit geschätzt. Dann hat er die Programmierung samt Kontext probeweise einem KI-Tool gegeben, wir arbeiten hier mit sogenannten CLI Agents.

Nach zwei Stunden war die KI fertig. Er hat noch eine Stunde getestet und nachjustiert und voilà, technisch fertig war die Integration! Drei Stunden „bis der Code steht“ versus 20 – da schlackern einem schon die Ohren.

Wobei, Vorsicht: So viel Einsparung hat man nicht bei jeder Aufgabe – viele sind weitaus komplizierter. Und die Feedbackschleife mit dem Kunden ist bei dem Beispiel auch nicht eingerechnet. Außerdem hatte die KI bestehenden Code nicht so optimal wiederverwendet, wie unser Kollege es getan hätte.

Wenn wir so viel schneller Software umsetzen, werden Softwareprojekte bald günstiger?

Das ist die nächste gute Frage! [lacht]

Aktuell sehe ich das nicht, da alle Softwareunternehmen einen wirklich großen Lernaufwand haben – noch dazu mit Wissen, das eine sehr kurze Halbwertszeit hat. KI-Tools, die gerade noch in unserer Kaffeeküche hochgejubelt werden, werden in der nächsten Woche schon wieder abgelöst durch Neues, das bisher noch niemand kannte.

Dazu kommt dann noch – wie oben erwähnt – der zunehmende Aufwand in der Vorprojektphase. Und ganz wichtig: Wir tragen die Verantwortung für die Software, die wir liefern. Wir sehen uns daher sehr genau an und testen, was die KI programmiert – und das braucht Zeit und ist Arbeit.

„Und ganz wichtig: Wir tragen die Verantwortung für die Software, die wir liefern.“

Abgesehen davon investieren wir auch noch viel Zeit in rechtliche Themen und in Problemstellungen, die mit Cybersecurity im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI zu tun haben. Nur weil etwas schnell fertig ist und schön ausschaut, ist das noch lange nicht tauglich als Software, mit der business- und/oder sicherheitskritische Prozesse abgearbeitet werden und die viele Jahre funktionieren und wartbar sein soll.

Aber ja, die Durchlaufzeiten für Projekte werden kürzer, was unsere Kunden freuen wird.

Da wir gerade von Einsparungen reden: Eine meiner persönlichen Hypothesen ist, dass das Outsourcing und Nearshoring unter der Künstlichen Intelligenz leiden wird. In diesem Bereich wurden bisher eher einfachere Leistungen kostengünstig ausgelagert, so à la „Da hast die Spezifikation, programmier die einfach exakt so runter“. Und das kann die KI super bzw. sogar besser, dafür braucht es keine Leistung in Billig-Ländern mehr – das kostet mit der KI in Wien genauso wenig.

Was bedeutet das alles für uns als Software-Dienstleister in der Zukunft?

Ich denke, das heißt zum einen, dass wir die Prozesse rund um das Programmieren neu denken müssen.

Zum Beispiel, wie viele Leute gleichzeitig an einem Projekt arbeiten sollen. Oder ob ein Mensch gleichzeitig mit mehreren „KI-Teammitgliedern“ an mehreren Projekten parallel arbeitet und sie quasi eher „orchestriert“ und „auf den richtigen Weg bringt“, als selbst zu programmieren.

Auch wird sich zeigen wie groß ein „ideales agiles Softwareteam“ ist, wenn jetzt auch „KI-Teammitglieder“ dabei sind. Oder wie das Testen in Zukunft laufen wird – wieviel macht davon die KI und wieviel muss der Mensch machen? Werden wir die eine KI dazu einsetzen, die andere KI zu testen? Lassen wir KIs gegenseitig die Pull Requests (eine Art Code Review) machen und sich gegenseitig Feedback geben?

Es bedeutet jedenfalls, dass sich die Programmierrolle ändern wird. Es könnte in die Richtung gehen, dass unsere Product Owners, also die Projektleiter:innen, in Projekten früher das Ruder aus der Hand geben. Unsere Softwareentwickler:innen übernehmen dann bereits zu einem früheren Zeitpunkt sobald das konkrete Problem und die passende Lösung feststehen. Das heißt, sie übernehmen Teile des Spezifizierens und des Usability Engineering und entwickeln KI-unterstützt die Screen-Prototypes. Danach programmiert unter ihrer Aufsicht die KI – zumindest teilweise.

„Es bedeutet jedenfalls, dass sich die Programmierrolle ändern wird.“

Heißt das, dass wir Personal abbauen werden?

Nein, das ist nicht geplant. Aktuell haben wir im Bereich Business Central und Business-Software sogar zusätzlich Leute aufgenommen.

Der Arbeitsaufwand - zumindest in der Individualsoftware-Entwicklung - wird sich mehr zu den Product Owners verschieben, die die Kunden beraten und bei grundsätzlichen Fragen in der Lösungsfindung und Digitalisierung unterstützen.

Und in Richtung Sales – denn wenn wir schneller Projekte abschließen können, werden wir mehr davon in der gleichen Zeit bzw. parallelisierter umsetzen können. Vor einigen Jahren hatten wir die Rechnung, dass ein Product Owner ein Softwareteam mit sechs Personen auslasten kann. Dann wurden zwei bis drei Product Owners daraus. Und jetzt wird das Verhältnis von „Menschen, die beraten und planen“ zu „Menschen, die umsetzen“ vielleicht bald noch krasser.

Ein spannendes Thema im Bereich Personal ist auch die Ausbildung von Junior-Entwickler:innen. Zum einen scheint es so zu sein, dass immer weniger Unternehmen unerfahrene Leute aufnehmen, weil die KI die einfachen Sachen übernimmt. Ich stelle mir die Frage, wo dann in Zukunft die Kapazunder herkommen sollen, welche die KI kontrollieren können.

Zum anderen werden wir uns im CSS-Team überlegen müssen, wie wir die Juniors ausbilden, die wir noch aufnehmen möchten. Bisher haben wir ihnen die einfachen Aufgaben zum Einarbeiten gegeben und nach und nach schwierigere Aufgaben anvertraut. Wie werden wir das ab jetzt machen? Wir werden wohl auch unser Ausbildungskonzept weiterentwickeln müssen. Ich frage mal die KI dazu. [lacht]

Das heißt, jemand mit viel Erfahrung in der Softwareentwicklung muss gerade nicht um den Job bangen?

Jedenfalls nicht bei uns. Gerade diejenigen mit viel Erfahrung spielen sozusagen alle Stückerln auf der KI. Sie holen das Meiste heraus und sie verstehen auch die Risiken, Gefahren und (technischen) Auswirkungen des KI-Codings gesamtheitlicher.

KI funktioniert außerdem vor allem dann sehr gut, wenn eine bereits große und qualitativ gute Code-Basis vorhanden ist – und genau so eine Basis schaffen unsere Senior-Entwickler:innen bei jedem neuen Projekt.

Was ich bei unseren erfahrenen Team-Mitgliedern noch beobachte: Nach vielen Jahren in der Softwareentwicklung kommt man oft an einen Punkt, an dem man sich fragt, wie es weitergehen soll und ob einem diese Rolle bis zur Pension taugt. Und jetzt gibt es diese neuen Möglichkeiten mit der KI und diese motivieren sie richtig – denn es ist etwas Neues und Aufregendes.

Ich bin jedenfalls überzeugt, dass sich die KI massiv auf unsere Branche auswirken wird und wir noch viel Energie aufwenden werden, um sie als eine Art Team-Mitglied ideal in unseren Alltag zu integrieren.

"Schnittstellen sind eigentlich nicht sonderlich kompliziert, abgesehen von den Personen, die dahinter stehen und sie entwickeln…"
"Es ist alles nur eine Frage des Time-Managements."
"Wussten Sie, dass die Dauer von Softwareprojekten in Monaten näherungsweise mit 2,5 mal der dritten Wurzel aus dem geschätzten Aufwand in Personenmonaten berechnet werden kann?"
“I would rather face one lifetime with you, than face all lifetimes alone.”

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